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Grosser Testbericht des neuen Garmin Edge 800 GPS Radcomputers

2011-08-10 @ 20:20 in Material

Am letzten GPS Grundlagenkurs sind die ersten Teilnehmer mit dem neuen Garmin Edge 800 GPS Radcomputer aufgetaucht. Endlich ist das Teil nun also lieferbar. Da wird es höchste Zeit dieses Gerät kennenzulernen und zu testen, wie sich dieser Bike-Computer für „richtige“ Velofahrer so anfühlt.

Anmerkung: Diesen Testbericht gibt es auch als Video Beitrag auf dem gemeinsamen Video Magazin www.bike-channel.ch von David, Rotscher und mir. Da wird dieser Text von Marcus (Kerberos) in schönstem Schriftdeutsch vorgelesen. PS: Nicht, dass jetzt wieder einer kommt, das sei ja ein Profi und dieser Beitrag sei sowieso gesponsert usw.... Wink.

Der Marcus ist ein ganz normaler Biker und dieser Beitrag ist nicht gesponsert. Das Gerät zum testen habe ich aber von der Firma Bucher+Walt SA zur Verfügung gestellt bekommen und anschliessend wieder zurückgegeben.

Summary

Für die, welche keine Zeit für lange Texte haben, hier gleich am Anfang die Zusammenfassung:
Ich war ziemlich begeistert von dem Teil und empfehle dieses zum Kauf.
Bis auf einen groben Bug der „Bananensoftware“ (die reift beim Kunden) und dem anfänglichen Entsetzen über die grottenschlechte Lesbarkeit der Topo Schweiz Karte auf dem Edge 800 Display, hat Garmin hier ein tolles Teil im Sortiment, welches die Bedürfnisse von uns Bikern optimal abdeckt.

Nach meiner Meinung trotzdem ein empfehlenswertes Gerät, denn für den Software Bug gibt es eine Umgehungslösung und das Display wird gut lesbar, wenn man den „Modus für Kartensichtbarkeit“ anders einstellt, als von Garmin standardmässig vorgegeben.

Hier nun also die einzelnen Punkte des Test’s und die Lösungen für die optimalen Einstellungen des Gerätes.

Unterschied zu den anderen Garmin Modellen

Das Garmin Edge 800 hat gegenüber dem „alten“ Edge 705 nun ein grösseres Display bekommen. Ausserdem lässt es sich nun durch Berühren des Bildschirmes bedienen. Der etwas fummelige Joystick des Edge 705 entfällt somit.
Es vereint also die Vorteile der Oregon-Reihe mit seinem grossen Touchscreen und dem Edge 705, das sehr klein und leicht ist, aber leider nur ein winziges Display hat.

Sowohl bei der Edge- wie auch bei der erfolgreichen Oregon-Serie, kann man zusätzliche Sensoren für Pulsmessung, Trittfrequenz usw. anschliessen. Beim Edge werden diese Daten auch gespeichert und können später zusammen mit der aufgezeichneten Strecke ausgewertet werden. Bei den Oregon Geräten werden diese Daten nur angezeigt.

 

Befestigung am Bike

Mit einem Wort – Genial !

Leichter lässt sich ein GPS wohl nicht an einem Bike befestigen. Eine vergleichsweise winzige und leichte Grundplatte wird mit Gummibändern am Lenker oder am Vorbau montiert. Das Gerät kann man mit einem Handgriff auf diese Grundplatte aufstecken und ebenso schnell wieder entfernen. Ausserdem ist durch die Befestigung mit Gummibändern eine grosse Flexibilität zur Befestigung an verschiedenen Lenker- oder Vorbau-Durchmessern gegeben.


Bedienung, Akku und Display

Ebenfalls sehr gut gefallen hat mir die Bedienung via Touchscreen. Dies funktioniert auch mit Handschuhen. Die Menüführung ist gut und man findet sich recht schnell zurecht. Der Wechsel zwischen den Menüs läuft flott und das Verschieben der Karte geht ohne ruckeln vonstatten.

Aufgrund der vielen Funktionen sind die Menüs halt teilweise recht tief verschachtelt. Diese sind bis auf ein paar kleine Ausnahmen ziemlich logisch aufgebaut.
So ist zum Beispiel die Anzeige der Datenfelder auf der Karteseite bei den Fahrradeinstellungen „versteckt“, während alle anderen Einstellungen für die Kartenseite unter „Einstellungen/System/Karte“ zu finden sind.

Die Lesbarkeit des Display ist grundsätzlich gut. Bei starker Sonneneinstrahlung kann es notwendig sein, dass man die Beleuchtung aktivieren muss. Das belastet den eingebauten Akku natürlich zusätzlich. Bei „normalen“ Tagestouren ist das kein Problem. Die ganz harten Damen und Herren die auch mal zehn- und mehr Stunden unterwegs sind, könnten dann vielleicht Probleme bekommen.

Das könnte bei mehrtägigen Transalp-Touren vielleicht auch ein Nachteil sein. Da wird man das Edge 800 jede Nacht aufladen müssen. Im eigenen Hotelzimmer ist das kein Problem. Im Massenlager will eventuell nicht jeder sein teures Edge irgendwo an der Steckdose herumliegen lassen …


Die Kartendarstellung mit der Topo Schweiz Karte

Hat man die Topo Schweiz Karte installiert und ruft die Kartenseite auf, fährt einem erst einmal der Schreck in die Glieder. Mit den Standard-Einstellung ist die Lesbarkeit der Topo Karte bei Sonnenlicht grottenschlecht ! Abhilfe: Man stellt die Karte auf „Hoher Kontrast“. Das macht man unter „Menü/Einstellungen/System/Karte/Kartensichtbarkeit“.
Das wäre dann auch gleich ein Beispiel, was ich mit „recht tief verschachtelten Menüs“ gemeint habe Undecided

Bei GPS-Tracks.com gibt es noch eine visuelle Anleitung, in der diese Einstellung Schritt für Schritt beschrieben ist:
http://www.gps-tracks.com/Dokus/TrackTransferToGps.pdf

Funktionen

Das Edge 800 bietet zahlreiche Funktionen für den Biker, der ernsthaft trainieren und seine Leistung verbessern will. Neben der Anzeige- und Aufzeichnung diverser Parameter wie Puls, Trittfrequenz usw. können Vorgabewerte eingestellt werden, bei denen ein Signal ausgegeben wird, z.B. beim Ueber- oder Unterschreiten einer bestimmten Geschwindigkeit etc.

Mit Hilfe der Funktion "Virtueller Partner“ kann man in einem „Rennen“ gegen sich selber antreten.

Touren aus dem Internet kann man natürlich auch herunterladen und nachfahren. Beim Testen dieser Funktion bin ich dann aber auf einen gröberen Bug gestossen. Das Gerät kann keine Segmente bei GPX-Files verarbeiten.
In der Praxis wirkt sich das dann so aus, dass der Track unter Umständen einfach irgendwo in der Pampa aufhört !

Das ist mir aufgefallen, als ich beim grössten Schweizer Anbieter von GPS-Touren (GPS-Tracks.com) eine Tour als Einzeltrack heruntergeladen habe.
Meine Nachfrage beim Schweizer Importeur von Garmin ergab dann, dass der Fehler bekannt ist und bis zur Eurobike 2011 behoben sein soll.
Inzwischen kann man sich damit behelfen, dass man GPX-Files von Touren als Active log herunterlädt. Dann sollte alles klappen. Man kann die Tour nach dem herunterladen auch auf der Karte des Edge kontrollieren. Wird da alles angezeigt, kann auf der Tour nichts schiefgehen.

 

Weitere Tipps zum Betrieb des Edge 800

Ein Fehler und dessen Behebung ist mir während der Testphase auch noch aufgefallen. Wenn man bei abfahren des Track auf „Los“ klickt, wandelt das Edge 800 den Track intern in eine Route um und zeigt dann bei Abzweigungen jeweils eine klare Markierung auf der Karte an (sofern man das aktiviert hat). Das ist eine tolle Funktion.
Das macht er aber nur solange, bis man von der Route abweicht. Danach erscheinen die Abbiege-Hinweise nicht mehr, auch wenn man sich wieder genau auf dem Track befindet.
Abhilfe: Man wählt „Navigation beenden“, und klickt dann wieder auf „Los“. Das Edge 800 berechnet dann die Route wieder neu und die Abbiegehinweise erscheinen wieder.

Muss man sein Bike mal hochschieben- oder tragen, nervt das Edge 800 durch sein gepiepse, weil die „Benutzerdefinierte Geschwindigkeit“ Standardmässig etwas zu knapp gewählt wurde (gilt nur, wenn man die Stoppuhr auf „Auto Pause“ eingestellt hat, was ich empfehle).
Abhilfe: Man stellt die „Benutzerdefinierte Geschwindigkeit“ auf einen kleineren Wert. Das macht man unter „Menü/Fahrradeinstellungen/Auto Pause/Auto-Pause-Modus“.

Und last but not least: Es lohnt sich, wenn man sein Edge 800 mit Hilfe des einfach zu bedienenden Garmin Web-Updater jeweils auf dem neusten Stand hält.


Zusammenfassung

Zusammenfassend hier noch einmal die Vor- und Nachteile des Garmin Edge 800

+ Klein und leicht
+ Relativ grosses und gut lesbares Display
+ Geniale Befestigung am Bike
+ Touchscreen-Bedienung
+ Viele bikespezifische Funktionen

- Hat noch Software-Fehler
- Benötigt einiges an Einarbeitungszeit bis man alles im Griff hat
- Akku lässt sich nicht wechseln

Hier noch die Liste mit den von mir empfohlenen Einstellungen für den sorglosen Betrieb des Edge 800:

Herzlichen Dank noch an Silvan von Bucher+Walt SA sowie an Christian von GPS-Tracks.com für ihre Unterstützung. Smile

Kommentare

ganz normal - und professionell [antworten]

Ja, ich bin ein ganz normaler Biker. Aber Du bist bald kein normaler Blogger mehr, Dein Aufbau Bild&Ton und der Schnitt sind richtig professionell. Ist mir eine Ehre, dabei zu sein!
geschrieben von Marcus/Kerberos @ 13:24, 2011-08-11

[antworten]

Steht ein Test des neuen Etrex (30) ebenfalls auf Euerm Plan? Ich denke, dieses GPS könnte die Mountainbike-Gemeinde ebenfalls interessieren.
geschrieben von Patrick @ 21:02, 2011-09-14

[antworten]

Gut gemachter Artikel, fahre seit einem Jahr mit dem 800er und bin fast deiner Meinung! Es macht nur der GPS Empfang bei mir Probleme. Versuch beim Rennrad mit Kopf über dem Edge bei ein paar Bäumen den Empfang zu halten- unmöglich! Genauso bei Steigungen über 12 Prozent. Hier war mein alter 705er spürbar besser!
geschrieben von Bernhard @ 23:40, 2013-03-12

Energie sparen [antworten]

Hallo und erst mal ein großes Dankeschön für die umfassenden Tipps, die nicht nur mir wahrscheinlich Stunden vor der Kiste erspart haben :-) Nun mal meine Frage. Welche Einstellungen sind ratsam, um größtmöglich Energie zu sparen? Danke schon mal und viele Grüße
geschrieben von Andre Ditzen @ 14:58, 2014-05-13

[antworten]

Hallo Andre Ist schon lange her das ich das Gerät hatte (das habe ich natürlich schon längst wieder zurückgeben müssen). "Energiefresser sind bei diesen Geräten der elektronische Kompass (hat das Edge 800 nicht soweit ich noch weiss) und die Helligkeit des Display (also möglichst dunkel stellen um Energie zu sparen). Dann werden vermutlich noch verbundene AMT Sensoren zusätzlich Strom kosten (geht wie beim Handy über eine Bluetooth Verbindung). Schöne Grüsse - Vazifar
geschrieben von Vazifar @ 21:44, 2014-05-13