Über mich
Vazifar

Hansjürg Gschwend - überzeugter 29er Fahrer aus dem Züricher Unterland

search
calendar
« September 2017 »
Mo Di Mi Do Fr Sa So
        1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30  
Aktuell
Kategorien
Links
Archiv
Syndicate
Credits
LifeType IE7 XHTML CSS Firefox

« | »

Von einem ganz nahen Paradies das aber dennoch unerreichbar ist - Die Sage vom goldenen Tor

2009-02-22 @ 10:53 in allgemein

Am Flughafen Kloten gibt es eine wunderschöne Stelle die glücklicherweise genau in der Hälfte "meiner" Bike-Flughafenrunde liegt. Deshalb halte ich jeweils an diesem Weiher gerne an.

Am Boden dieses kristallklaren Gewässers drängt Grundwasser hinauf, welches feinen Sand aufwirbelt, und diesen kleinen Weiher irgendwie fast mystische erscheinen lässt. Das ist wohl der Grund, weshalb es von dieser Stelle eine Sage gibt, die mich jedes mal wieder rührt, wenn ich die Geschichte lese. Denn sie spricht verborgene Sehnsüchte an, die wohl in jedem von uns schlummern. Und hier ist sie also, die Sage vom Goldenen Tor ...

Einst hütete ein Hirtenbub Schafe an dem Weiher. Es war ein prächtiger Föhntag und der Bub legte sich mit traumschweren Augen am Ufer nieder.

Unversehens tauchte eine Jungfrau bis an die Schultern aus dem Weiher auf. Sie lockte ihn mit einem goldenen Ring an ihrer Hand.  Der Knabe versuchte den Ring zu erwischen und neigte sich übers Wasser hinaus. Mit einemmal nahm ihn die Jungfrau in beide Arme und versank mit ihm.

Kaum war er verschwunden, als sein Bauer heraneilte, denn er hatte seinen Hüterbuben aufschreien höhren. Aber nirgends vermochte er sein Hirtlein zu gewahren.
Da schoss es plötzlich wie eine Kerze aus dem Goldsandstrudel im Weiher vor ihm auf. Flink zog er es ans Ufer.

Der Bub schlug nach einer Weile die Augen auf, und begann zu berichten, wie es ihm ergangen war: "Die Wasserjungfrau zog mich in eine unendliche Tiefe.Auf einmal sah ich eine grossmächtige Stadt mit einem gewaltigen goldenen Tor. Eben tat es sich weit auf, und eine wunderschöne Jungfrau trat heraus. Jetzt öffnete die Jungfrau, die mich umschlungen hielt, ihre Arme, um ihre Freundin zu begrüssen. Im selben Augenblick packte mich ein Wasserwirbel und riss mich mit sich empor. Weiter weiss ich nichts mehr."

Der Hirtenbub kehrte immer und immer wieder zum Teich zurück, der schönen Jungfrau begegnete er aber nie mehr.Dank seiner Erzählung weiss man jetzt aber, woher die Goldplättchen im Wasser stammen: Sie werden vom goldenen Tor abgespühlt, und nach oben getragen.

(Kurzfassung nach Meinrad Lienert)